Verfasst von: Fionn | Juli 18, 2010

Schulausflug ins Freizeitlager, Projekt, usw

Das Projekt in dem ich arbeite, ADR, hat in 3 verschiedenen Orten eine Schule für gehandicapte Kinder. Aus diesen wurden einige Kinder ausgewählt, um mit in dieses “Campamento” zu fahren. Mir wurde gesagt es wurde ausgewählt, je nachdem wie sich die Schüler im Schuljahr benommen haben. Ich weiss da nicht genau wie pädagogisch richtig das ist aber auf der anderen Seite kann es auch gut sein, dass genau diese Kinder das Camp für die anderen Kinder ungenießbar machen würden.

Campamento

Die Anlage war echt perfekt für solche Lager gemacht. Sehr gross, viel Grün, viel Platz und ein paar Sportanlagen. Jarabacoa ist mitten im Land der DomRep. Gar nicht weit weg vom Pico Duarte. In diesen 3 Tagen konnte ich mich super einbringen, ich habe jede freie Minute mit den Kiddies gespielt und versucht etwas Ordnung zu halten. Es war wirklich super.

Nina spritzt die Schüler ab...

Die Kinder hatten ihren Spass und wir auch. Einige Dinge gab es, die ich mal als Kulturunterschiede betrachte (bei uns wären auch DInge dabei, die nicht funktionierten) aber im grossen und ganzen war es ein echter Erfolg. Selbst die Planung hat super gut funktioniert. Einhaltung von Zeiten, Essen usw… Evtl weil die Organisatoren das auch schon seit ca. 15 Jahren machen. Die Organisatoren, sind die, die bei uns in der Arbeit die Cafeteria schmeissen. Da es in der Cafeteria manchmal nicht so geordnet/pünktlich zugeht, hätte ich nicht so eine tolle Leitung erwartet. Wahrscheinlich macht ihnen diese Arbeit aber auch mehr Spass als die Cafete.

Die Gruppe wurde, unabhängig von welcher Schule sie stammten, nach Alter getrennt und in 8 Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam einen Namen, mit dem sie sich während des Campamento identifizierten. Wir waren “Los Campeones/Die Champions”. Direkt am 2. Tag entwarf jede Gruppe eine Gruppenflagge, die immer von einem der Schüler getragen werden durfte. Denke das ist eine super Sache, gerade bei Kindern mit Behinderung. Durch Gruppenname und Flagge, konnte er immer seine Gruppe wiederfinden. Abends trafen sich immer alle Lehrer und Organisatoren und wir sprachen über den vergangenen Tag. Was lief Gut, was man verbessern könnte und sonstige Sachen. Und es wurde nicht nur geredet sondern auch in die Tat umgesetzt. Z.B am zweiten Tag gab es Mittagessen. Alle Gruppen gingen einzeln zum essen und wurden am Tisch platziert. Das dauert natürlich. Da es eine kirchliche Einrichtung ist, und es wohl so üblich ist, wird vorm Essen noch gebetet, “la oración”. Da wir aber natürlich erst beten konnten, wenn alle da waren, musste ich mit meinen Kindern etwa 20 min mit Hunger vor dem heissen Teller voller lecker “Mangu” (Essbananenbrei) und “Queso frito” (fritierter Käse) warten. Es wurde so geändert, dass sie bei dem Treffen vorher beteten. Dann konnten wir direkt anfangen zu essen.

Schubkarrenrally, thx Felix fürs Foto

Krankenschwester Julia wurde sehr geliebt :-)

Genauso machten wir ne Rally, super Ideen, mit Schubkarrenrennen, Sachen suchen, mit verbundenen Augen Essen und andere lustige Sachen. Es klappte nur nicht, da keine Zeit festgesetzt wurde und Gruppen die fertig waren auf andere warten mussten. Dadurch entstand Chaos.  Ich meinte danach zum Rally-Chef, ob wir es das nächste mal mit einer vorher festgesetzten Zeit versuchen könnten und einer der mit ner Pfeife rumläuft und das Ende der Zeit angibt. Das fand er gut und meinte, dass wir es nächstes mal so machen. Toll!

Eine Aktivität hiess Juegos de la mesa. Brettspiele. Durch ein paar Packete aus Deutschland (meistens meiner Mutti) und durch Geschenke meinerseits, kam da schon ein grosser Stapel zusammen. Die hat meine Gastmutter alle mitgenommen und so konnten die Kiddies auch neben Domino noch was anderes spielen. Die Favoriten waren Jenga und Memmorie.

Juego de la mesa - campamento

Was auch noch ein riieesen Spass war, war die Feuerwehr. Wir bauten auf einer Wiese einen Pool für etwa 10-15 Personen auf. Da wir aber 120 Kinder waren, wäre es nicht so spannend. Deshalb kam die Feuerwehr und spritze uns mit dem Schlauch ab. Fotos könnt ihr in dem PDF Dokument weiter unten sehen. Es gibt auch eine traumhafte Badestelle am Fluss. Das wäre das Highlight für die Kinder gewesen. Leider gab es am Anfang viel Gemecker von wegen Sicherheit. Der Fluss ist normalerweise an der Stelle Knietief und Glasklar. Es würde ein Bereich geben, der von etwa 10 Lehrern bewacht wird. Seit 15 Jahren ist nix passiert. Leider gibt es sehr viele, die eine Abneigung bzw. Schiss vor Wasser haben. Z.B. gabs ein (!)Sportlehrer, der nicht schwimmen kann, er sagte am Anfang auch er lasse die Kinder aus Santiago nicht schwimmen. Deshalb fand ichs sehr schade, dass der Organisator nicht den Fluss mit ins Programm genommen hat, weil wohl zu wenig Zeit wäre. Dadurch wird dieser Teufelskreis nie unterbrochen. Die Kinder lernen die Angst von ihren Eltern und geben sie wieder an ihre Kinder weiter. Juan der Organisator, sagte mir auch, dass zu einem richtigen Campamento ein Flussbad dazu gehört. Oder auf einen Berg wandern oder sonstiges Abenteuerliches. Ganz meine Meinung hat er da getroffen.

K foto tan chula :)

Die Kinder sind mir ganz schön ans Herz gewachsen. Auch die Kinder unter sich wurden nach den 3 Tagen erst richtig warm. Zwar auch frecher aber das ist ja normal. Hätte locker nochne Woche länger sein können. Apropos, er lud mich auch gleich ein auf ein anderes Campamento mit der Dominikanischen Schulen. Irgendwann 2011 für 14 Tage!!! 7 Tage 300 Kinder und 7 Tage 300 andere Kinder!!! Woww. Das ist Arbeit. Aber reizen tuts mich schon, so als Arbeitsurlaub :-)

Hier ein Bericht auf Spanisch, für die Oberchefs geschrieben:  INFORME CAMPAMENTO.pdf

Im Projekt

gehts grad auf und ab, Die Filiale in San Cristobal ist fertig und es ist alles glatt gelaufen. Hab auch 1 Tag Einführung gemacht, halber Tag für die Sekretärinnen und andere Hälfte für die Lehrerinnen. Hätte nie gedacht, dass ich in meinem Leben mal Excel-Nachhilfe gebe. Hat aber spass gemacht, sie waren sehr interessiert und ich muss echt sagen die neue Ubuntu-Version (10.04) ist echt stabil und bietet viele tolle Features. Den Desktop habe ich Windows ähnlich eingerichtet, genauso ein MSN-Client, der automatisch startet. Hier ein Screenshot:

Edubuntu 10.04 Desktop mit MSN und angepassten Icons

In Santo Domingo läufts schleppend. Der Kollege, der das Programm weiter führen soll, hat wohl wichtigere Dinge zutun. Und kriegt auch nicht vom Chef gesagt, dass er nur noch am Edubuntu-Programm arbeiten soll. Schade, hab mir echt Mühe gegeben bei dem Lernplan für ihn. Naja es ist noch nicht vorbei. Auch wenn er nur die Basics hat. Ich hab mir auch alles selbst beigebracht. Im Internet gibts genug resourcen. Wenn er die Grundidee versteht, dann kann er sich danach auch selber helfen.

Mein Job ist derzeit ein Manual für Lehrer zu schreiben. Es wird sowas wie ein Computerkurs mit Edubuntu. Dann der Nachfolger, was momentan nicht sehr gut klappt. Dann interessieren sich auch die Psychologen der ADR für das Programm und wollen das als Tool zum Evaluieren der Kinder benutzen.

Family

Ausserdem war ich noch mit meiner Gastfamilie im Resort. War echt ne tolle Erfahrung. Wir waren aber nicht in einem typischen Touri-Resort sondern in einem mit fast nur mit Dominikanern.

Mit meiner Gastfamilie im Pool....

Naja dementsprechend fiel ich dort dann auch auf. Als grosser, weisser, sichtbarer Ausländer… Als sie dann aber merkte, hey der spricht ja (dominikanisch-)Spanisch gabs immer nette Reaktionen. Abends gabs immer ne Hotel-Show. Beide Abende musste ich dort auf die Bühne. Am zweiten Abend musste ich auf der Bühne bleiben und bei einem Micheal Jackson-Tanz-Wettbewerb teilnehmen. Wer mich kennt, weiss, dass mir kein Tanz-Gen mitgegeben wurde und das auch die Hüfte sehr deutsch ist. Trotzdem gewann ich die Show gegen 5 Dominikaner (die 10-Mal besser tanzten). Vielleicht lags auch daran, dass 1 Teilnehmer das Publikum damit gewinnen wollte indem er damit warb, dass er Dominikaner sei und der Sieg auch einem Dominikaner zustehe. Das liess ich natürlich nicht auf mir sitzen und meinte “Yo tambien casi soy dominicano”- “Ich bin auch schon fast Dominikaner”. Das fanden sie natürlich total super :) Nach der Show wurde ich im Resort wirklich wie Micheal Jackson behandelt… ;-) Naja mal ein ganz lustiges Gefühl… Echt tolles WE. Viel mit meinen Geschwisterchen gespielt, Volleyball, Pool, Playa, ESSEN…

Nächsten Mittwoch ist schon “End-of-stay” von AFS. Puhh ja jetzt gehts bald wieder Heim. Wo wir schon bei dem Thema sind, Ihr seid alle Eingeladen mich am 11.09.2010 bei einem dominikanischen Abend zu begrüssen. Es wird ein bisschen Programm gemacht und es gibt ein paar typische dominikanische Verköstigungen. Würde mich freuen wenn ihr alle zahlreich kommt. Meldet euch einfach via Mail (fionnziegler (AT) gmail (DOT) com) oder bei meinem Vater Henning. Es kommt aber noch ne offizielle Einladung mit Wegbeschreibung usw.

Ich versuche jetzt die letzte Zeit noch zu genießen und mein Projekt so gut wie möglich zu beenden. Der versprochene Video-Artikel über mein Arbeitsweg ist nicht vergessen…

meine liebe kleine süsse Gastschwester Emely am Strand von Boca Chica


Antworten

  1. Oh Fionn, das klingt ja wirklich, als wärst du voll in deinem Element, da in dem Feriencamp. Ich erinnere mich noch gut, sowas hattest du dir doch auch gerade gewünscht. Es klingt, als hättest du aus deiner Zeit da wirklich das allerbeste gemacht. Mir fällt das Märchen von Goldmarie und Pechmarie ein….
    Ich wünsche dir, dass dein Abschied auch noch so “rund” wird – vielleicht gibts ja tatsächlich eine Art Wiedersehen, selbst wenn sich in der Zwischenzeit alles ändert. Ich freu mich unbändig auf Samstag, komm du heil wieder an. Sei ganz doll gedrückt – von Jürgen auch,
    deine Iris

  2. Hi Fionn,
    toll, endlich wieder was Neues von Dir. Durch Deine ausführliche Beschreibung können wir uns das gut vorstellen.
    Muß ja viel Spaß gemacht haben mit den Kids. aber bestimmt auch anstrengend. Gut, daß Deine Ideen und Verbesserungsvorschläge gehört wurden. (Hoffentlich auch beim dom. AFS-Treffen am Mittwoch!) Gibts da keine Schwimmflügel für den Fluß? Nicht jeder durfte im Kocher planschen, gell?
    Erwähn nochmal, daß Deine Rückkehr in Salzhemmendorf gefeiert wird.
    Alles Liebe bis hoffentlich bald.

    Ingrid und Henning

  3. ups: ein wort vergessen, ich meinte man sieht, daß es viel freude bereitet hat, das camp :-)

  4. wow… was für ein schöner bericht& tolle fotos!
    man bekommt gleich selber lust auf das camp mit den kindern … auf den bildern sieht man den kids die richitg an.

    :-* viel spaß weiterhin.

  5. Fionn! Wie toll ! Alles so interessant, so nah, so wirklich beschrieben. Echt super. Und so posititiv (all Deine Erfolge und gute Zeiten…) und negative (Dein Nachfolger, die Organisation…) gleichzeitig. Ist bestimmt ein komisches Gefuehl.
    Ich hab ein Flugticket nach De fuer X-mas (1week), – werd da Deine Klamotten mitbringen :-)
    War vor 2 weeks wieder beim SwissGerman restaurant, hab auch die letzen drei WM-Spiele bei denen geguckt, an der Bar, und war heut abend auch dort, .. Rouladen, Sauerbraten, Bündner Fleisch, Erdinger Hefeweizen,… hhhmmmm .. läuft Dir da net was Wasser im Mund zusammen?? :-) :-)

    Knutscher – Karen

    PS: ja, die $40 warn die paar kurzen Anrufe nach DomRep! Is OK.


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